Modellprojekt Prädatorenmanagement in Tetenhusen

Im Rahmen des Gemeinschaftlichen Wiesenvogelschutzes wurde festgestellt, dass es in einigen Jahren zu extrem hohen Verlusten von Gelegen und Jungvögel der Wiesenvögel durch Beutegreifer (Prädatoren) kommt. Neben landwirtschaftlichen Verlusten stellen wachsende Populationen von Raubsäugern wie Fuchs, Marder, Iltis, Hermelin, Mink, Dachs und Marderhund, aber auch Rabenvögel eine Gefahr für die am Boden befindlichen Gelege dar. Dadurch ist der Bruterfolg der Vögel bedroht.

Daher wurde das „Prädationsprojekt Tetenhusen“ entwickelt. Ziel des Projektes ist es, Erkenntnisse darüber zu erlangen, ob eine gezielte Verstärkung der Bejagung mittels Betonröhrenfallen die Prädation verringert und der Bruterfolg erhöht werden kann. Das fünfjährige Projekt ist 2021 gestartet und wird vom Land SH finanziert. Projektpartner und Auftragnehmer ist das Michael-Otto-Institut im NABU (MOIN), die Jäger und Landwirte in Tetenhusen sind weitere Projektbeteiligte.

Es sollen mit Hilfe von Fotofallen die Prädatoren der Wiesenvögel bestimmt und die Boden-Prädatorendichten im Gebiet dokumentiert werden. Außerdem wird die Jagd auf Prädatoren verstärkt, unter anderen indem im Herbst 2021 zehn Betonröhrenfallen installiert wurden. Um Kenntnisse über vorkommende Raubsäugerarten und deren Raumnutzung zu erlangen, wurden außerdem elf Fotofallen im Jahr 2021 aufgestellt.

Erste Ergebnisse zeigen, dass im Jahr 2021 mindesten 66 Limikolenpaare (Kiebitze, Uferschnepfen, Große Brachvögel, Rotschenkel) gebrütet haben, von denen mit Fotofallen dokumentierten Kiebitznestern wurden ca. die Hälfte durch Füchse prädiert. Mit den Prädatoren-Fotofallen wurden vor allem Füchse, Marderhunde und Dachse nachgewiesen.

Dachs und Fuchs ...

zwei Marderhunde durch Fotofallen aufgenommen


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Zwischenbericht Prädatorenmanagement Tetenhusen 2021
Hier können Sie den Zwischenbericht zum Prädatorenmanagement Tetenhusen aus 2021 einsehen.
Zwischenbericht_2021_Prädation_Tetenhuse
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