
Große Grünlandniederungen sind vielfältig durch wasserführende Gräben unterteilt und werden traditionell gemäht oder mit Rindern beweidet. Von dieser typischen Art der Grünlandwirtschaft in den moorigen Niederungen profitieren Wiesenbrüter und Amphibien, aber auch viele Zugvögel.
Seit 2015 wird in der Eider-Treene-Sorge-Niederung das Vertragsnaturschutz-programm „Grünlandwirtschaft Moor“ angeboten, mit dem Ziel, Betriebe darin zu unterstützen, diese traditionelle Form der Grünlandwirtschaft auf möglichst großer Fläche geschlossen fortzuführen. Durch entsprechende Bewirtschaftungsauflagen und biotopgestaltende Maßnahmen wird die Attraktivität des Grünlandes für Wiesenvögel erhöht, ihr Bruterfolg verbessert und zugleich die Feuchtwiesenvegetation erhalten.
Grundlage des Vertrages bildet das gesamte in der Region liegende Grünland eines Betriebes. Die Flächen werden in ein System unterschiedlicher Bewirtschaftungsintensitäten (grüne, gelbe und rote Flächen, s. unten) eingeteilt. Die Einstufung richtet sich dabei nach den einzelbetrieblichen Möglichkeiten und nach der Lage der Flächen. Auf mindestens 10 % der Vertragsflächen (rote Flächen) sollen Wasserhaltemaßnahmen zum vorübergehenden Wasseranstau in den Monaten Februar bis Mai in Kombination mit einer extensiveren Bewirtschaftung besonders attraktive Brutplätze für Wiesenvögel schaffen. Die Höhe der Ausgleichszahlungen orientiert sich an dem Grad der Extensivierung und liegt zwischen 110 und 930 € pro ha. Die Bewirtschaftungsauflagen sind in der untenstehenden Tabelle im Detail aufgeführt. Intensivere Milchviehbetriebe werden beispielsweise den Großteil ihrer Flächen in die Bewirtschaftungskategorie „grün“ (intensiv) geben und nur die vorgeschriebenen 10 % der Flächen in die Kategorie „rot“ (extensiv mit Wasserhaltemaßnahmen), während weniger intensive Betriebe ihre Flächen zwischen den Kategorien „gelb“ (extensiv) und „rot“ (extensiv mit Wasserhaltemaßnahmen) aufteilen können. Durch die unterschiedlichen Bewirtschaftungsintensitäten entsteht ein Nutzungsmosaik, von dem nicht nur Flora und Fauna profitieren, sondern ebenso eine abwechslungsreiche Landschaft für Bewohnende und Besuchende entsteht.
Das Programm stellt außerdem eine wichtige Maßnahme zur Erreichung der Erhaltungsziele im Vogelschutzgebiet "Eider-Treene-Sorge-Niederung" dar.
Kuno e.V. berät kostenlos interessierte landwirtschaftliche Betriebe und betreut die laufenden Verträge. Bei Interesse melden Sie sich bitte in unserer Geschäftsstelle per Telefon 04885-585 oder per E-Mail info@kunoev.net und vereinbaren einen unverbindlichen Beratungstermin. Wir unterstützen Sie bei der Antragstellung und sind Ihnen bei der Einteilung der Flächen in die Bewirtschaftungskategorien und der Planung der Wasserhaltemaßnahmen behilflich.
Dieses Projekt wird mit Mitteln des Landes Schleswig-Holstein und der EU gefördert.
